Der erste Wettkampf über die Mitteldistanz ist vollbracht! Beim Wasserstadt Triathlon in Hannover mussten 1,9km schwimmend in einem Kanal zurückgelegt werden, dann folgten die 90km auf dem Rad, welche in drei Runden a 30km aufgeteilt waren. Der abschließende Halbmarathon war über zwei 10,5km Runden zu absolvieren. Für den Start über meine erste Mitteldistanz hat sich die Sonne scheinbar extra ins Zeug gelegt und knallte mit rund 30 Grad auf die Strecken, man suchte vergeblich nach Schatten und so wurde das Rennen zur echten Hitzeschlacht!
1,9km Schwimmen:
Besser hätte das Schwimmen für mich nicht laufen können. Das Wasser hatte angenehme 19,6 Grad und die Wasserqualität war spitzenmäßig. Ich erwischte einen guten Start und hatte das Glück mich schon nach den ersten Metern im Wasserschatten von Jan Raphael (Commerzbank Triathlon Team) wiederzufinden. Da ich mir bewusst bin, nicht der schnellste Schwimmer zu sein, tat ich gut daran, zu versuchen die Position zu halten. Es gelang mir und so stieg ich zeitgleich nach 25:01min mit Jan Raphael als Erster aus dem Wasser und wir begaben uns auf die Radstrecke.
90km Rad fahren:
Am Anfang lief es wie geschmiert. Auf den ersten 20km konnte ich den Kontakt zu Raphael, und somit dem Führenden, halten. Dann machte ich mir aber klar, dass es ein zu hohes Tempo war, welches ich auf meiner ersten Mitteldistanz an den Tag legte, schließlich wollte ich ja das Ziel erreichen und mich nicht vorher schon verausgaben. So nahm ich das Tempo etwas zurück. Ab Kilometer 60 merkte ich dann aber, wie mir langsam die Kraft ausging und spätestens hier wurde mir bewusst, dass es noch ein langer Tag werden sollte. Mein SRM zeigte mir nach den absolvierten 90km, dass ich diese in einer Zeit von 2:17 Stunden hinter mich gebracht hatte. Am liebsten wäre ich noch länger auf dem neuen FOCUS Izalco Chrono by Walser sitzen geblieben, das Rad macht einfach nur Spaß!
21,1km Laufen:
Der abschließende Halbmarathon war die Hölle. Einerseits sorgte die Sonne für Temperaturen, die sicherlich mit denen in der Hölle mithalten konnten, andererseits war ich nach den ersten 5km stehende K.O.! Von Kilometer 5 bis 6 legte ich eine Gehpause ein, es ging einfach nichts mehr! An der nächsten Verpflegungsstation ließ ich es mir dann ersteinmal gut gehen und nahm mehr oder weniger alles was ich kriegen konnte. Ich begann wieder langsam zu laufen und nahm mir jede Verpflegungsstelle als nächstes Ziel vor, dort angekommen legte ich wieder ein Trink-Päuschen ein. Das ging bis Kilometer 16 so. Und plötzlich fand ich meinen Rhythmus wieder und konnte zumindest die letzten 5km ein ordentliches Tempo anschlagen. Im Ziel blieb die Uhr nach 4:23,51 Stunden stehen, gleichbedeutend mit dem vierten Gesamtplatz. Platz 1 ging an Jan Raphael, auf den Plätzen 2 und 3 folgten zwei Athleten aus Dänemark.
Alles in Allem war das eine großartige Erfahrung! Meiner Meinung nach liegen Welten zwischen Rennen über die Kurz- und die Mitteldistanz. Mir macht allerdings die Mitteldistanz deutlich mehr Freude! Während des Rennens bin ich wohl durch alle erdenklichen Gemütslagen gegangen. Ich habe mich noch nie so schlecht gefühlt, wie es auf der Laufstrecke der Fall war, allerdings habe ich nicht eine Sekunde darüber nachgedacht, aus dem Rennen auszusteigen. Meine Absicht war es, in Hannover Erfahrung über die Mitteldistanz zu sammeln. Ich hatte mir kein direktes Ziel gesetzt, außer das Ziel zu erreichen und alles mitzunehmen, was zum Lernen wichtig ist! Das ist mir gelungen und ich weiß, dass es besser geht, dafür werde ich konstant weiter trainieren. Es wäre ja auch langweilig, mit 19 Jahren auf der ersten Mitteldistanz alles richtig zu machen, ein perfektes Rennen zu liefern und sich dann nicht mehr steigern zu können ;-)
In diesem Sinne, an die Arbeit!
p.s.: Bilder sind in der Galerie online!